September 11, 2007

Ein paar Worte zum Schluss

Posted in Meine kleine Studentenwelt at 10:45 am by Ankaa

Einige wissen es schon, für andere mag es überraschend kommen. Seit dem Sommer bin ich wieder in Deutschland und studiere ab Herbst in Jena Biologie. Dafür gibt es im wesentlichen zwei Hauptgründe. Der erste ist persönlich und auf diesen werde ich hier nicht weiter eingehen. (Wer es dennoch wissen möchte, fragt bitte MICH und nicht Person x die Person y fragt usw, ich beiße nicht!)

Der andere hat hauptsächlich mit dem Studium an sich zu tun.
Schon ziemlich zeitig hatte ich das Gefühl bekommen, hier unterfordert zu sein. Anfangs schob ich es darauf, dass es ja eben das 1. Studienjahr ist und ich durch die Spezi auch noch einen recht großen Vorlauf hätte. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich aber, dass das Studium wirklich nicht so anspruchsvoll ist wie z.B. ein vergleichbares Studium in Deutschland. Ich hätte theoretisch maximal 12 Vorlesungen die Woche, praktisch hatte ich so um die 8, dazu alle Nase lang mal ein Praktikum. Angeblich hatte man sehr viel im Selbststudium zu tun, dies beinhaltet z.B. Vorlesungen vor- und nachbereiten, lernen, bewertete Übungen etc. Allerdings waren die Themen nicht so schwer, als dass man sie hätte großartig aufarbeiten müssen, Übungen waren teilweise am Computer mit Buch und (unerlaubtem) Partner zu bewältigen und wenn ich doch mal Stress hatte, so lag dies eher an meinem schlechten Zeitmanagement als an dem tatsächlichen Arbeitsaufwand. Prüfungen konnte man auch gut ohne das zusätzliche nötige Selbststudium und großartigem Lernaufwand bestehen (übrigens schon mit 40% anstelle wie in Deutschland mit 50%). Eigentlich sollte ich mich nicht beschweren, dass ich ein einfaches Studium habe und so ohne große Probleme einen guten Abschluss machen kann. Aber ich möchte in meinem Studium gefordert werden, besonders wenn ich dafür mehrere Tausend Euro bezahle. Und Bücher zu einem Thema lesen kann ich auch zuhause ohne, dass ich dafür an eine Uni gehen muss. Auf deutsch: irgendwo stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Vor allem wenn zu dem relativ leichtem Studium noch wiederholt ersatzlos ausgefallene Vorlesungen, planlos-wirkende Dozenten und inhaltlich lückenhafte Vorlesungen kommen. Bemühungen meinerseits, meinen wenig beanspruchten Zeitplan durch zusätzliche Fächer zu füllen, blieben fruchtlos.
Hinzu kommt, dass die Uni – wie wir erst im März erfahren haben – beschlossen hat, ihr Studienprogramm umzugestalten. Dies beinhaltet unter anderem die Umstellung auf ein anderes System in dem man weniger Fächer belegt, für diese dann aber mehr Aufwand hat. Konkret: Halbierung der Fächer pro Semester von 6 auf 3, angebliche Verdoppelung des Arbeitsaufwandes pro Fach. Damit gehen nicht nur Inhalte verloren, die man studieren kann, es wird auch die Auswahlmöglichkeit jedes einzelnen Studierenden eingeschränkt, teilweise fallen Fächer ersatzlos weg (zumindest habe ich die Inhalte noch nicht woanders wiedergefunden), obwohl laut Aussagen der Uni die Inhalte alle immer noch gelehrt werden, es nur anders aufgeteilt und teilweise zusammengelegt ist. Wer jetzt denkt, dass man bei weniger Fächern nach dem obigen Prinzip automatisch mehr Vorlesungen hat, der irrt. Es soll auf 3-4 Vorlesungen pro Fach hinauslaufen und auf noch mehr Selbststudium und weniger bewertete Übungen, ganz nach dem Motto: Qualität statt Quantität, und so sollen dann angeblich auch die Gesamtergebnisse besser werden. Nicht zu vergessen, dass bei dem ganzen dann noch die Studiengebühren verdoppelt werden.
Dies alles zusammen betrachtet hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass ein Studium in Deutschland auf keinen Fall einfacher, vielleicht auch nicht immer interessant, aber auf alle Fälle qualitativ besser und anspruchsvoller ist. Einige wissen, dass ich mir die Entscheidung ganz bestimmt nicht leicht gemacht habe, alle Pros und Kontras und möglichen Konsequenzen genau durchgespielt habe. Aber ich denke, es ist die richtige Entscheidung.
Dies soll keine Rechtfertigung sein, denn ich brauche mich nicht für meine Entscheidung zu rechtfertigen. Es ist mein Leben. Dies soll lediglich als Erklärung dienen, für alle, die den Schritt überraschend finden. Denn ich denke dies bin ich schuldig und so beuge ich auch möglichen (falschen) Informationsflüssen vor.

Mit diesen Worten beende ich dann auch diesen Blog, da es nichts neues aus Bangor mehr geben wird. Vielleicht finde ich irgendwann die Zeit noch ein paar Dinge des letzten halben Jahres zu updaten, mal sehen. Feedback könnt ihr natürlich trotzdem gerne weiter geben. Der Blog bleibt auch online, um meine Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Danke an alle, die ihn am Anfang regelmäßig gelesen haben und auch später – trotz ausbleibender Beiträge – immer mal vorbei geschaut haben!

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1 Comment »

  1. I have journals, both empty and filled, that mostly hold the darker part of my thoughts, the pain, the anger, the sorrow that I feel has no place in m Click http://www.l33turl.com/monday091730


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