January 6, 2007

06. Januar: Wie kommt man möglichst umständlich von Berlin nach Bangor?

Posted in Tagesberichte at 7:46 pm by Ankaa

Nach drei wunderschönen Ferienwochen sollte es nun also für mich zurück nach Bangor gehen. Der Tag fing schon nicht gut an: um 8:00 aufstehen war für meine Verhältnisse und im Gesamtgefüge eindeutig zu früh! Nach dem Frühstück kam dann der erste Schock. Meine Zugtickets waren weg. Das Problem war, dass auf diese ein Sparpreis galt mit einem Preisunterschied zum normalen Preis von €45; und meine Bahncard war auch gleich noch mit weg. Und ich wusste sogar ganz genau wo sie sind, nämlich in der Jackentasche der Jacke die ich schon mehrere Tage verzweifelt suchte. Nur wollte diese Jacke partout nicht auftauchen, wo ich auch suchte und selbst wenn sie in Jena aufgetaucht wäre, hätte sie mir auch nichts genützt. Letztendlich ist sie dann z.B. Glück doch noch aufgetaucht: unter ein paar anderer Jacken hing sie ganz brav seit meinem ersten Tag in Berlin.

Der Rückflug nach London verlief ohne Probleme, mal abgesehen davon, dass es beim Abflug ganz der Situation entsprechend in Strömen geregnet hatte. Ich konnte bei diesem Flug den Luxus von British Airways genießen und muss sagen, es ist ein meilenweiter Unterschied zu Ryanair und co. und ich werde in Zukunft nur schwer auf diesen Service wieder verzichten können. In London Heathrow angekommen, hatte ich alle Zeit der Welt um zu meinem Bahnhof (London Euston) zu kommen, da der Zug erst kurz nach 17:00 fahren würde. Aus diesem Grund fuhr ich U-Bahn, was bis nach London rein eher S-Bahn-Fahren glich. Über eine Stunde braucht man vom Flughafen in die Innenstadt, dort noch mal umgestiegen und ohne weitere Probleme war ich etwa eine Stunde zu früh am Flughafen. Also habe ich es mir vor der großen Anzeigetafel einfach bequem gemacht und gewartet. Die Zweifel begannen, als der erste Zug Richtung Liverpool wegen Oberleitungsschaden gestrichen wurde. Und eine halbe Stunde später hatte ich die Gewissheit: auch mein Zug Richtung Manchester würde ausfallen. Im Gegensatz dazu war nicht klar, wie ich denn nun von London mit meinem zuggebundenem Ticket wie und wann nach Bangor kommen würde. Am Infoschalter von Virgin Trains konnte man sich dann erst mal wieder im Schlangestehen üben und anschließen wurde mir geraten, ich solle den nächsten Zug nach Birmingham nehmen und dort würde man dann irgendwelche Arrangements treffen wie es weiter geht – vorausgesetzt ich würde noch mitkommen da er aufgrund der Störungen sehr voll sein würde. Ohne Ahnung und genauem Ziel stieg ich also in dem vollkommen überfüllten Zug und konnte sogar einen Platz in der 1. Klasse (welche für diesen Zug aufgehoben worden war) ergattern, so dass ich nicht im Gang sitzen musste. Von meinem Sitznachbarn erfuhr ich irgendwann, dass Birmingham angeblich den größten deutschen Weihnachtsmarkt außerhalb Deutschlands hätte. Was ich allerdings nicht erfuhr war, wie ich von Birmingham

weiterkommen würde. Auch das Zugpersonal war dabei leider keine große Hilfe. Letztendlich war ein Busservice von Birmingham nach Crewe, wo ich ursprünglich hätte umsteigen müssen, organisiert worden. Allerdings las ich auf den Anzeigetafeln in Birmingham zufällig, dass in genau 2 Minuten nach Ankunft ein Zug nach Chester gehen würde – mein zweiter Umsteigepunkt nach Crewe. Also entschloss ich mich spontan mich nicht weiter der „Organisation“ der britischen Bahn anzuvertrauen sondern im letzten Moment jenen Zug zu nehmen – immerhin hätte ich so oder so nach Chester gemusst. Nun wusste ich zwar immer noch nicht, wie ich von dort dann um die späte Uhrzeit noch nach Bangor kommen würde, aber immerhin wäre ich so meinem Ziel etwas näher, als wenn ich in Crewe gewesen wäre und nicht gewusst hätte, wie es weitergeht.

Die Fahrt von Birmingham nach Chester dauerte recht lange und man lernte nebenbei so interessante Städtenamen wie Wolverhampton kennen. Vom Schaffner erfuhr ich auch noch, dass eine Stunde später als eigentlich geplant ein Zug von Chester nach Bangor fahren würde und ich diesen genau bekommen dürfte. Das klang doch eigentlich sehr gut! Interessant wurde die ganze Sache allerdings wieder, als sich im Zug einige Fußballfans (an dem Tag waren wohl mehrere Spiele, dass hatte ich schon in dem anderen Zug mitbekommen) anfingen zu schlagen und sogar der Sicherheitsdienst am nächsten Bahnhof eingriff. Ich habe davon allerdings nicht weiter viel mitbekommen, da ich es mir außerhalb des Zugabteils bequem gemacht hatte.

Letztendlich habe ich dann meinen Zug in Chester noch bekommen und bin so trotz aller schlimmsten Aussichten nur eine Stunde später als geplant wieder in Bangor angekommen. Alles in allem war es aber dennoch ein Abenteuer, in einem fremden Land nicht zu wissen wie man von A nach B kommt und immer wieder aufs neue schauen muss, wie es nun weiter geht.

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