October 31, 2006

31. Oktober: Was ist neun mal sieben?

Posted in Tagesberichte at 8:13 pm by Ankaa

Tüten voller Muscheln! (Sorry, diesmal nicht 42) Heute war wieder Praktikum und diesmal ging es im ersten Teil an den Strand. Trotz schlimmster Befürchtungen und vorahnendem Gummistiefel-Kauf hat es ausnahmsweise mal nicht in Strömen geregnet sondern war lediglich bedeckt. So ging es frohen Mutes kurz nach 10 mit dem Bus von der SU los: Ziel noch unbekannt, aber auf alle Fälle ein Strand. Dieser lag letztenendes auf Anglesey an der Menai Strait. Dort angekommen wurden wir in 10 Gruppen eingeteilt und bekamen jeweils zu zweit (ich arbeitete mit Sophie zusammen) eine Schaufel, einen kleinen Eimer, ein Sieb, ein Draht-Viereck und 10 Plastetüten. Und los ging’s Richtung Strand, eine ziemlich lange Wanderung durch die Dünen-Gestrüpp-Landschaft. Am eigentlichen Strand angekommen, erklärte uns unser „Ober-Chef“ was wir dann jeweils in den Gruppen zu zweit zu tun hätte. Also, als erstes graben wir erst einmal ein Loch! Das ganze mussten wir dreimal an drei unterschiedlichen Strand- bzw. Watt-abschnitten machen (Low Shore, Middle Shore, High Shore). Das Loch sollte etwa so groß wie das Sieb und dreimal so tief sein. Und ich sage euch, Sand kann ganz schön schwer sein wenn er nass ist. Das war eine ganz schöne Arbeit! Als wir damit fertig waren haben wir unser Quadrat in den Matsch beim untersten Abschnitt gelegt und den Sand etwa fünf Zentimeter tief in das Sieb geschaufelt. Diesen haben wir dann in dem Loch – welches sich mittlerweile mit Wasser gefüllt hatte – ausgewaschen. Zurück blieben Muscheln und anderes Gezeugs. Bei den Muscheln haben wir dann die lebendigen rausgesucht und in eine Tüte verfrachtet. Alles was sonst wie im Sieb vorhanden und nicht-Muschel war, landete in der Tüte „Sonstiges“. Das ganze haben wir pro Strandabschnitt dreimal wiederhohlt, so dass wir insgesamt am Ende 10 Tüten hatten: 9 mit Muscheln und eine mit dem ganzen Rest. Wir hatten während der Feldarbeit Glück und es hat obwohl es so aussah nicht geregnet. Dafür war es aber sehr sehr stürmisch und recht kühl. Auch die Gummistiefel erwiesen sich als essentiell, da wir im Watt rumgestiefelt sind und es somit doch recht feucht war.

Im Anschluss ging es zurück ins SOS-Labor, wo wir die 9 Muschel-Tüten – natürlich ordentlich beschriftet je nach Abschnitt und Nummer – eingefroren haben. Danach haben wir das Getier der letzten Tüte genauer unter die Lupe genommen. Wir hatten Massen an verschiedensten Würmern, unzählige kleine Schnecken, sehr muntere Mini-Shrimps und eine kleine Krabbe. Die Aufgabe war dann, unsere Tiere unter dem Mikroskop genauer zu untersuchen, möglichst viele Informationen zu den einzelnen Arten zu sammeln und sie schließlich zu zeichnen. Letzteres erwies sich als äußerst schwierig, da lebendige Tiere die Angewohnheit haben nicht still zu halten. Die Würmer haben sich zwar netterweise noch weniger bewegt, aber die Shrimps haben wohl eher Fangen gespielt, so schnell sind sie durch die Gegend geschwommen. Und unsere Krabbe war lichtscheu und ist deshalb immer aus dem Sichtfeld gekrabbelt…
Aber die Tiere zu beobachten war doch recht interessant. Zwar waren die Würmer nicht ganz so toll, da sie teilweise unter dem Mikroskop einfach explodiert sind, dafür waren die Shrimps und Schnecken aber umso spannender. Und die Krabbe war sowieso toll. Bei ihr konnte man sogar Verhaltensstudien machen. Hat man ihr nämlich in ihre Extra-Petrischale ein bisschen von dem mitgenommenen Grünzeugs (inklusive Würmer, Schnecken, …) getan, hat sie zuerst davor Angst gehabt und Reißaus genommen. Dann hat sie sich aber darin versteckt. Und letztendlich hat sie dann noch einen der Shrimps gefressen!

Ich hatte nach dem Praktikum noch Seminar, in dem wir uns unsere Essays gegenseitig vorgelesen haben. Unser Tutor war sehr zufrieden mit uns und hat gesagt, unsere Essays wären allesamt toll gewesen. Und er war erstaunt wie gut meins war, weil es ja meine Zweitsprache ist. 😀 Jetzt müssen wir uns ein Thema aus acht gegebenen aussuchen, zu dem wir bis Weihnachten ein Essay schreiben und einen (nur!) 10-Minuten-Vortrag halten müssen. Ich kann mich noch nicht ganz für ein Thema entscheiden, aber es wird biologisch. Ansonsten hat mich mein Tutor noch um meine Hilfe gebeten. Er hat ein Schriftstück von 1920-irgendwas auf Deutsch, das wohl in dem Bereich Grundlage und sehr anerkannt ist und er hat einen Masterstudent ab nächstem Jahr, der seine Arbeit zu dem Thema schreibt. Jedenfalls hat er mich gebeten, ob ich ihm die Kernaussagen nicht übersetzen könne. Jetzt hab ich also eine Nebenbeschäftigung bis nächstes Jahr und lern nebenbei noch etwas über SEEIGEL! 😉

Meine unfertigen Skizzen:




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4 Comments »

  1. Karsten said,

    Die Überschrift ist einfach genial; Was wird jetzt mit den Teilchen aus dem Kühlschrank; Gibts da irgedwann ein großes “Festessen”

  2. Ankaa said,

    Die Muscheln werden wir in zwei Wochen im Praktikum untersuchen. Was da genau passiert kann ich auch erst hinterher sagen…

  3. Mara said,

    neun mal sieben gleich 42? Geh’n bei Euch die Taschenrechner anders?

  4. Ankaa said,

    @Mara: Wahrscheinlich ist mein Taschenrechner auch eine Stunde hinterher 😆 nein, 42 ist die Antwort auf die “Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ und somit immer richtig.

    Aber um nochmal auf meine Muscheln zurueck zukommen. Die sind langweilig. Zumindest wenn man sie 5 Stunden lang zaehlen, messen, wiegen, haufenweise Daten in Tabellen und die Werte dann in Graphen eintragen darf. Das macht echt keinen Spasz und ist ziemlich ermuedend! Auszerdem fangen sie an zu stinken, wenn sie zwei Wochen tot waren und wieder auftauen…von dem schleimigen Inhalt mal gar nicht zu sprechen…


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